Stabübergabe: Kurstadt verabschiedet SPD-Politikerin Jutta Lieske

Symbolisch: Jutta Lieske (l.) übergibt den Staffelstab an die neue Landtagsabgeordnete Elske Hildebrandt.
Steffen GöttmannSo dicht gedrängt standen die Menschen im SPD-Bürgerbüro in Bad Freienwalde schon lange nicht mehr. Nicht nur Sozialdemokraten kamen, um sich von Jutta Lieske (58) zu verabschieden. Auch Vertreter der Linken wie Marco Büchel und der CDU wie der Augenoptiker Dietmar Ortel aus Eberswalde und Thomas Krieger, Bürgermeister von Fredersdorf-Vogelsdorf, sagten ihr Adieu. Nach drei Legislaturperioden kandidierte die Letschinerin nicht mehr für den Landtag. Ihr Nachfolge-Kandidat Ravindra Gujjula aus Altlandsberg wie auch dessen Mitbewerber Marco Büchel (Linke) scheiterten bei der Wahl. Das Direktmandat holte Lars Günther (AfD).
Derbe Aussage
„Ich hätte am liebsten gekotzt, weil uns jemand vertritt, der nicht einen Vogelschiss hinterlassen hat“, sagt Jutta Lieske, die die erste Sitzung des neuen Landtags als Zuschauerin verfolgt hat. Sie habe ihm nicht gratuliert, ihm aber angekündigt, dass sie ihn in seinem Wahlkreis besuchen werde, um zu sehen, was er tut.
„Ich habe auch etwas falsch gemacht. ich hätte nie gedacht, was in dieser Region schlummert“, so die Politikerin, die weiterhin Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag ist. Den Staffelstab als Landtagsabgeordnete gab sie an Elske Hildebrandt (SPD) weiter. Die Tochter der 2001 verstorbenen Politikerin Regine Hildebrandt holte das Mandat im Nachbarwahlkreis um Strausberg. Sie soll von der SPD aus den Wahlkreis 33 mitbetreuen. Ob sie dies schaffe, müsse sie erst sehen. Das Bürgerbüro werde sie wohl nicht weiterführen.
„Du hast einen tollen Job gemacht“, lobte Jutta Lieske ihren Kollegen Marco Büchel (Linke). „Wir haben gemeinsam in der Regierung gesessen und uns für kleine Fördermittelbescheide wie den für die AWO-Kita „Bummi“ oder große Bescheide wie für das Feuerwehrgerätehaus Bad Freienwalde eingesetzt“, zog sie Bilanz. „Jetzt ist jemand anders gefordert, für die Region die Stimme zu erheben“, sagte Jutta Lieske.
Dietmar Ortel dankte der SPD-Politikerin für das Engagement bei der Erhaltung des Bahnwerks in Eberswalde. „Ich habe ihr Gesicht gesehen, als ich mit ihr über die Situation sprach“, sagt Ortel „Wir haben gegen Pessimismus und Hoffnungslosigkeit gekämpft und es geschafft“. Vom Parteikollegen Thomas Krieger gab es ebenfalls Blumen. Als er vor dreieinhalb Jahren Bürgermeister wurde, sei sie die erste gewesen, die ihn angerufen habe und ihm Hilfe in Potsdam angeboten habe.
Die Finissage des Altlandsbergers Mike Hille geriet etwas ins Hintertreffen. Drei Werke von ihm wurden für zwei Selbsthilfegruppen und einen Sportverein versteigert.
